Der positive Verlauf der ersten Projektphase bot den Anlass, das Projekt Ganz In um eine weitere Phase (2015-2018) zu verlängern. In dieser stehen – neben den schon aus der ersten Phase bekannten fachdidaktischen und lehr-lernpsychologischen Unterstützungen – die Verstetigung von Kooperationen und der Transfer in die einzelschulische Praxis im Vordergrund. Auch die Teilprojekte aus der ersten Phase wurden konzeptionell ausgeweitet und sollen nun – umbenannt in themenspezifische Vertiefungsangebote – zu einer intensivierten Entwicklung des Unterrichts beitragen können. Auch in dieser Projektphase besteht das übergreifende Ziel darin, die Qualität der schulischen Abschlüsse zu verbessern und mehr Schülerinnen und Schülern die Chance auf das Abitur zu eröffnen. Insbesondere Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Milieus sollen ihre Potenziale voll entwickeln können.

Durch die Arbeit in einem ausgewählten Fach und einem themenspezifischen Vertiefungsangebot wird die begonnene Arbeit mit den Schulen intensiviert und der Transferprozess stärker begleitet.

Hierbei stehen die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik sowie Biologie, Chemie und Physik, für die jeweils differenzierte Diagnose- und Förderkonzepte erarbeitet werden, im Fokus. Neben den fachdidaktischen Unterstützungen können die Schulen aus fünf verschiedenen themenspezifischen Vertiefungsangeboten wählen und die Angebote der Schulentwicklungsberaterinnen und -berater in Anspruch nehmen. Die Weiterentwicklung des Unterrichts wird hier durch ein umfangreiches Angebot an Fortbildungsmodulen systematisiert, die von den Projektschulen eigenverantwortlich gesteuert werden. Durch die Netzwerkstruktur im Projekt Ganz In können sich die Schulen zudem bei gleichen oder ähnlichen Problemlagen austauschen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Alle drei beteiligten Ruhrgebietsuniversitäten verknüpfen ihre beratende Arbeit an den Schulen mit wissenschaftlicher Forschungstätigkeit. Die wissenschaftliche Begleitung trägt wesentlich dazu bei, die Unterrichtsqualität an den Projektschulen systematisch zu verbessern und die Veränderungen zu dokumentieren. Ein zentrales Ziel ist dabei die Verbesserung der Schülerleistungen. Quantitative und qualitative Erhebungen ermitteln, inwiefern das Projekt diese Ziele erreicht.

Auf struktureller Ebene untersucht die Begleitforschung die Gelingensbedingungen für die erfolgreiche Umstellung zum Ganztagsgymnasium. Das ermöglicht eine landes- und bundesweite Übertrag- und Anwendbarkeit der entwickelten und erprobten Konzepte. Und nicht zuletzt: Durch die aktive Mitarbeit im Projekt Ganz In tragen auch die Schulen dazu bei, zentrale neue Erkenntnisse über die pädagogischen und organisatorischen Herausforderungen des Ganztags zu gewinnen. Sie sind wichtige Multiplikatoren in ihrer jeweiligen Bildungsregion.