Lehramtsstudium: Dauer, Aufbau und Perspektiven auf einen Blick

wie lange studiert man lehramt
📚 Dauer gesamt🏫 Aufbau💰 Kosten🎓 Voraussetzungen
6–7 Jahre (inkl. Referendariat)1. Bachelor (3 J.)
2. Master/Staatsexam. (2 J.)
3. Referendariat (1–2 J.)
Kein Studienbeitrag (i. d. R.)
Lebenshaltungskosten
Finanzierung: BAföG, Kredite, Nebenjob
Abitur oder fachgeb. HS-Reife
NC: je nach Fach & Uni (1,5 – 2,5+)
Kein Fernstudium möglich
🔍 Unterschiede🛠️ Praxis & Referendariat💼 Beruf & Gehalt✅ Empfehlung
Schulformabhängig:
Grundschule: 5 J. + 1,5 J.
Gymnasium/Berufsschule: bis 6 J. + 2 J.
Schulpraktika im Studium
Referendariat: 12–24 Monate
2. Staatsexamen am Ende
Verbeamtung möglich
Gehalt ca. 4.200–5.400 € brutto
Hoher Bedarf: MINT, Sonderpädag.
Sinnvoller, sicherer Beruf
Guter Arbeitsmarkt
Ideal bei pädagogischem Interesse

 

Wie lange studiert man Lehramt? Alle Infos auf einen Blick

Wenn du darüber nachdenkst, Lehramt zu studieren, stellst du dir vermutlich eine der häufigsten Fragen überhaupt: Wie lange dauert das eigentlich?

Die kurze Antwort: In der Regel dauert ein Lehramtsstudium mindestens fünf Jahre. Danach folgt das Referendariat, das noch einmal ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt. Damit bist du insgesamt etwa sechs bis sieben Jahre mit der Ausbildung zum Lehrer oder zur Lehrerin beschäftigt.

Aber es gibt – wie so oft – Ausnahmen, Unterschiede je nach Bundesland und gewähltem Schultyp. Damit du nicht den Überblick verlierst, klären wir in diesem Artikel alle Details rund um die Dauer des Lehramtstudiums, die Struktur deines Studiums, Studienmöglichkeiten und mögliche Stolpersteine.

Wie ist das Lehramtsstudium aufgebaut?

Das Lehramtsstudium ist in mehrere Phasen unterteilt, die aufeinander aufbauen. Im klassischen Modell sieht das so aus:

  • 1. Phase: Bachelorstudium (6 Semester)
  • 2. Phase: Masterstudium (4 Semester), alternativ das erste Staatsexamen
  • 3. Phase: Referendariat (12–24 Monate)

Je nachdem, wann du startest und wie viel Zeit du dir lässt, dauert das Studium also in der Regel zwischen 5 und 6 Jahren, zuzüglich eines ein- bis zweijährigen Vorbereitungsdienstes.

Unterschiede je nach Schulform

wie lange studiert man lehramt

Die Dauer und der Aufbau des Studiums hängen davon ab, auf welchen Schultyp du dich spezialisierst. Hier ein Überblick:

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SchulformRegelstudienzeit (inkl. Bachelor & Master)Referendariat
Grundschule10 Semester18–24 Monate
Mittel-/Realschule10–12 Semester18–24 Monate
Gymnasium10–12 Semester18–24 Monate
Berufsschule10–12 Semester12–24 Monate

Was passiert im Bachelorstudium?

Das Bachelorstudium auf Lehramt dauert in der Regel 6 Semester – also drei Jahre. In dieser Zeit entscheidest du dich in der Regel für zwei Unterrichtsfächer, die du unterrichtet möchtest. Alternativ ist auch ein Fach plus eine Spezialisierung möglich, z. B. Sonderpädagogik oder Religionspädagogik.

Im Bachelor geht es auch darum, Grundlagenwissen in Pädagogik, Didaktik und Psychologie zu erlernen. Außerdem sammelst du oft bereits erste praktische Erfahrungen in Form von Schulpraktika.

Je nach Uni und Bundesland kann es allerdings zu Abweichungen bei der Studiendauer kommen: Manche Universitäten bieten 8-semestrige Bachelorprogramme an, die entsprechend intensiver sind.

Und im Master? Vertiefung und Vorbereitung auf den Ernst des Lebens

Nach dem Bachelor folgt der Master of Education (oder das erste Staatsexamen, z. B. in Bayern oder Niedersachsen). Dieser Abschnitt dauert in der Regel 4 Semester.

Im Master geht es ans Eingemachte: Du vertiefst deine Kenntnisse in pädagogischen Themen, beginnst eigene Unterrichtseinheiten zu planen und wirst intensiv auf den Schulalltag vorbereitet.

Der Masterabschluss befähigt dich dann dazu, dich für das Referendariat zu bewerben, das je nach Land unterschiedlich geregelt ist.

Was ist das Referendariat – und wie lange dauert es?

Das Referendariat ist der praktische Teil deiner Lehramtsausbildung. Es findet an einer echten Schule statt und dauert zwischen 12 und 24 Monaten, je nach Bundesland.

Während dieser Zeit wirst du als „Lehramtsanwärter“ geführt, unterrichtest mit Unterstützung und lernst den Schulalltag hautnah kennen. Am Ende des Referendariats steht das zweite Staatsexamen, das deine endgültige Qualifikation als Lehrer/in darstellt.

Kann man das Ganze auch schneller schaffen?

Theoretisch kannst du dein Studium schneller abschließen. Wer sehr organisiert ist und keine Kurse wiederholen muss, schafft den Weg vom Studienstart bis Referendariat in etwa 5 Jahren (3 Jahre Bachelor + 2 Jahre Master). Dazu kommen 1–2 Jahre Referendariat – also insgesamt 6–7 Jahre.

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Allerdings ist auch das Gegenteil möglich: Manche Studierende brauchen deutlich länger, sei es wegen Nebenjobs, Auslandssemester oder weil einzelne Prüfungen wiederholt werden müssen.

Was kostet ein Lehramtsstudium?

Ein Lehramtsstudium ist zwar an staatlichen Hochschulen meist kostenlos, aber es entstehen dennoch Lebenshaltungs- und Studienkosten. Dazu zählen Semesterbeiträge, Bücher, Fahrkarten und eventuell Mietkosten in einer Unistadt.

Zur Finanzierung kannst du folgende Wege einschlagen:

  • BAföG
  • KfW-Studienkredit
  • Stipendien
  • Nebenjobs (z. B. als Nachhilfelehrer/in)

Ein Nebenjob in der Nachhilfe bringt gleich doppelte Vorteile: Geld und Praxiserfahrung.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Für den Einstieg ins Lehramtsstudium brauchst du in der Regel das Abitur. In manchen Fällen reicht auch eine fachgebundene Hochschulreife – zum Beispiel beim Einstieg in den Bereich der beruflichen Schulen.

Der NC (Numerus Clausus) für Lehramt variiert stark: Manche Unis haben gar keinen NC, andere setzen ihn bei 1,5 – 2,2 an. Gerade bei Fächern wie Biologie oder Englisch kann der NC höher ausfallen.

Einen Sonderfall stellt das Studium für berufliche Schulen dar. Hier ist auch ein Einstieg mit Fachabitur möglich – etwa für den Studiengang „Lehramt an beruflichen Schulen im gewerblich-technischen Bereich“.

Kann man Lehramt auch im Fernstudium belegen?

Ganz ehrlich: Leider nein. Ein vollständiges Lehramtsstudium im Fernstudium ist in Deutschland aktuell nicht möglich. Das liegt daran, dass pädagogische Praxisphasen und Präsenzseminare ein zentraler Bestandteil sind.

Es gibt aber Möglichkeiten, Teile deines Studiums online zu absolvieren oder Zusatzqualifikationen via Fernlehrgang zu erwerben – zum Beispiel in Bildungsmanagement oder Inklusion.

Wie sehen die Berufsperspektiven nach dem Lehramtsstudium aus?

Die Jobchancen sind – je nach Fachrichtung und Region – sehr gut bis ausgezeichnet. Besonders gefragt sind Lehrkräfte für:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik
  • Englisch
  • Sonderpädagogik

Nach dem Studium kannst du entweder als verbeamtete oder angestellte Lehrkraft arbeiten. Das Einkommen variiert entsprechend:

  • Grundschule: ca. 4.200 bis 4.800 € brutto
  • Realschule: ca. 4.500 bis 5.200 € brutto
  • Gymnasium: ca. 4.700 bis 5.400 € brutto

Mit Fortbildungen kannst du Karriere machen – etwa als Fachleiter, Schulleiter oder im Bildungsmanagement.

Lohnt sich der Weg?

Du liebst es, Dinge zu erklären, mit Kindern oder Jugendlichen zu arbeiten, und möchtest einen sinnvollen Job mit Sicherheitsfaktor? Dann ist der Beruf Lehrer/in genau das Richtige für dich.

Klar, der Weg bis dahin ist lang und nicht immer leicht. Aber am Ende winkt ein Beruf, der dir Verantwortung, Abwechslung und Stabilität bietet. Wenn du dich früh informierst, realistisch planst und am Ball bleibst, ist das Lehramtsstudium eine ausgezeichnete Wahl.

Also: Wenn du dich fragst, wie lange man Lehramt studiert – sei bereit für etwa 6 bis 7 Jahre Ausbildung. Und wenn du heute startest, kannst du bald selbst Klassenzimmer mit Leben füllen!

 

Bild von Nikolas Hoffmann
Nikolas Hoffmann

Ich heiße Nikolas. Schon seit Jahren faszinieren mich Business, Weiterbildung und neue Technologien – auf diesem Blog teile ich meine Erfahrungen, Einblicke und meine Leidenschaft für die Welt des digitalen Wandels.

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