| 💰 Kosten | 📅 Dauer | 🎓 Ausbildungsform | 📢 Fördermöglichkeiten |
|---|---|---|---|
| 500–1.300 € (gesamt inkl. Nebenkosten bis zu 1.500 €) | 2–6 Monate (je nach Format) |
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| 💡 Tipp: Einstiegsgehalt ca. 2.480 € brutto (Vollzeit); mit Erfahrung bis 3.000 €+; staatlich geförderte Kurse → kostenlos möglich! | |||
Was kostet die Betreuungskraft-Ausbildung nach §43b SGB XI?
Die Ausbildung zur Betreuungskraft nach §43b (früher §53c) SGB XI ist für viele ein attraktiver Einstieg in die Pflege- und Betreuungsbranche – nicht zuletzt wegen der relativ kurzen Dauer und der guten Jobaussichten. Doch eine der häufigsten Fragen, die sich Interessierte stellen, lautet: Was kostet diese Ausbildung eigentlich? In diesem Artikel findest du alle wichtigen Informationen rund um die Ausbildungskosten, Fördermöglichkeiten, Preisunterschiede zwischen verschiedenen Lehrgangsformen sowie Tipps zur richtigen Kalkulation.
Welche Ausbildungsformen gibt es?
Bevor wir über Zahlen sprechen, ist es wichtig zu verstehen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Ausbildung zur Betreuungskraft zu absolvieren. Die gebräuchlichsten sind:
- Vollzeit-Präsenzkurse bei Berufs- oder Pflegeschulen
- Teilzeitkurse für Berufstätige oder Quereinsteiger
- Fernstudium / Fernlehrgänge bei anerkannten Fernschulen wie Laudius oder ILS
Jede dieser Ausbildungsformen hat ihre eigenen Kostenstrukturen. Je nachdem, ob du lieber flexibel von zu Hause lernst oder lieber in einem festen Schulrahmen arbeitest, variiert dein Budget entsprechend.
Wie hoch sind die Kosten für die Betreuungskraft-Ausbildung?
Insgesamt musst du bei der Ausbildung zur Betreuungskraft mit Kosten zwischen 500 und 1.300 € rechnen. Der exakte Betrag hängt dabei von mehreren Faktoren ab:
| Lehrgangsart | Dauer | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Präsenzkurs nach §43b SGB XI | 2–3 Monate | 1.100–1.300 € |
| Fernlehrgang z. B. bei Laudius | 6 Monate | ca. 1.134 € |
| Weiterbildung nach §45b | 30 Stunden | ca. 300 € |
Die beliebteste und arbeitsmarktrelevanteste Variante ist die Weiterbildung nach §43b SGB XI, da sie auf eine dauerhafte Anstellung in Pflegeeinrichtungen vorbereitet.
Was ist in den Kosten enthalten?

Die meisten Anbieter berechnen die Gebühren als Pauschale. Diese beinhaltet in der Regel:
- Alle Lehrmaterialien (Bücher, Skripte, digitale Inhalte)
- Zertifikatsprüfung am Ende des Kurses
- Zugang zum Online-Campus oder zur Lernplattform
- Betreuung durch Tutoren oder fachliche Begleiter
- Teilweise Bonusinhalte wie Erste-Hilfe-Kurse oder Ethikseminare
Gerade Fernschulen bieten häufig eine kostenlose Testphase (z. B. 4 Wochen bei Laudius) an, sodass du den Kurs risikofrei ausprobieren kannst.
Was kommt zusätzlich auf dich zu?
Zu den Lehrgangskosten kommen je nach Anbieter und persönlichem Fall noch weitere Nebenkosten dazu, auf die du vorbereitet sein solltest:
- Praktikumskosten: Das Betreuungspraktikum wird zwar meist unbezahlbar absolviert, erfordert aber z. B. Fahrtkosten oder Arbeitskleidung.
- Polizeiliches Führungszeugnis: ca. 13 €
- Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses: ca. 35–50 €
- Gesundheitszeugnis: Je nach Arztpraxis unterschiedlich, zwischen 20–60 €
- Gelegentlich müssen auch Unterrichtsmaterialien selbst bezahlt werden, falls nicht im Preis enthalten
So kommst du insgesamt – je nach Region und Anbieter – auf eine Gesamtsumme von bis zu 1.500 €.
Was kostet ein Fernstudium zur Betreuungskraft?
Wenn du dich für ein Fernstudium entscheidest, liegt der Preis meist zwischen 589 € und 1.135 €. Die Anbieter variieren dabei im Umfang der Inhalte, der Studienbetreuung sowie der Praxisregelung.
Beispielsweise kostet der Fernkurs von Laudius rund 1.134 € und dauert etwa 6 Monate. Hier profitierst du von:
- flexibler Zeiteinteilung
- Online-Lernplattform mit Audiomaterialien
- kompetenter Betreuung durch Fernlehrer
- regelmäßigen Prüfungen zur Lernstandskontrolle
Besonders für Quereinsteiger oder Personen mit Betreuungspflichten ist ein Fernstudium oft die beste Wahl, da du von zu Hause aus lernen kannst.
Gibt es Fördermöglichkeiten?
Die guten Nachrichten vorweg: Die Kosten musst du nicht zwingend allein tragen. Es gibt verschiedene staatliche Förderprogramme, auf die du Anspruch haben könntest.
1. Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit / Jobcenter)
Wenn du arbeitssuchend bist oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist, kannst du bei der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein beantragen. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung deine Vermittlungschancen erhöht. Viele Betreuungskraft-Kurse sind bereits zertifiziert, sodass sie mit einem Bildungsgutschein zu 100 % kostenfrei absolviert werden können.
2. Bildungsprämie oder Aufstiegs-BAföG
In einigen Bundesländern gibt es weitere Programme wie die Bildungsprämie, mit der bis zu 50 % der Weiterbildungsgebühren übernommen werden. Auch das Aufstiegs-BAföG kann unter Umständen in Frage kommen, insbesondere wenn du dich später noch weiterqualifizieren möchtest, z. B. zur Pflegefachkraft.
3. Arbeitgeberunterstützung
In einigen Fällen übernehmen auch potenzielle Arbeitgeber die Kurskosten ganz oder teilweise – insbesondere dann, wenn du bereits in einer Einrichtung tätig bist oder schon eine Zusage erhalten hast.
Lohnt sich die Ausbildung finanziell?
Die kurze Antwort: Ja! Die Ausbildung zur Betreuungskraft ist zwar kostenpflichtig, aber sie eröffnet dir relativ schnell gute Verdienstmöglichkeiten in einem Bereich mit großem Bedarf.
Seit Mai 2024 beträgt der gesetzliche Pflege-Mindestlohn für Betreuungskräfte 15,50 € pro Stunde. Das ergibt ein monatliches Einstiegsgehalt von etwa:
- 2.480 € brutto bei einer Vollzeitstelle (160 Std./Monat)
- 1.240 € brutto bei einer 20-Stunden-Teilzeitstelle
Mit steigender Berufserfahrung kannst du – vor allem bei großen Trägern wie der Diakonie oder Caritas – über 3.000 € brutto monatlich erreichen. Auch Schichtdienste und Zulagen können dein Gehalt erhöhen.
Wie kann ich mich optimal vorbereiten?
Hier sind ein paar Tipps, wie du die richtige Entscheidung triffst und unnötige Kosten vermeidest:
- Vergleiche verschiedene Anbieter und achte auf staatliche Anerkennung
- Sichere dir eine kostenlose Beratung bei der Agentur für Arbeit – oft gibt es Bildungsgutscheine!
- Nutze Testphasen der Fernschulen, um herauszufinden, ob du mit deren Konzept klarkommst
- Berechne auch Neben- und Fahrtkosten, nicht nur die Kursgebühr
- Sprich mit Pflegeeinrichtungen in deiner Nähe – eventuell winkt dir bereits ein Arbeitsplatz
Wie lange dauert die Betreuungskraft Ausbildung?
Die Dauer hängt vom jeweiligen Format ab. In der Regel kannst du mit folgenden Zeiträumen rechnen:
- Präsenzkurse: zwischen 2 und 3 Monaten
- Fernlehrgänge: ca. 6 Monate (kann individuell verkürzt oder gestreckt werden)
- Aufbaulehrgänge nach §45b: nur etwa 30 Unterrichtsstunden (für bereits tätige Betreuungskräfte)
Ein Bestandteil aller Formate ist ein praktisches Orientierungspraktikum. Dieses dauert in der Regel 2 Wochen und wird meist in lokalen Pflegeeinrichtungen absolviert.
Gibt es Voraussetzungen für die Teilnahme?
Laut Gesetz gibt es keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Praktisch verlangen die meisten Institute jedoch:
- Mindestalter von 16 oder 18 Jahren
- gute Deutschkenntnisse (schriftlich und mündlich)
- polizeiliches Führungszeugnis
- gesundheitliche Eignung (z. B. keine ansteckenden Krankheiten)
Empfohlen wird außerdem eine hohe soziale Kompetenz, Belastbarkeit und Freude im Umgang mit Menschen – vor allem Senioren oder Menschen mit Demenz.
Die Nachfrage ist groß – pack es an!
Die Pflegebranche in Deutschland steht angesichts der demografischen Entwicklung unter enormem Druck. Es werden dringend qualifizierte Betreuungskräfte gesucht. Wenn du also auf der Suche nach einem sicheren, sinnvollen und zukunftsorientierten Beruf bist, ist die Ausbildung zur Betreuungskraft nach §43b SGB XI eine hervorragende Wahl.
Ja – die Ausbildung kostet Geld. Aber mit etwas Planung und ggf. Fördermitteln musst du dafür nicht tief in die Tasche greifen. Und der Return on Investment lässt nicht lange auf sich warten: Kaum ein anderer Beruf erlaubt dir so schnell den Einstieg mit einem stabilen Einkommen und persönlichem Mehrwert zugleich.
Wenn dich der Wunsch antreibt, anderen Menschen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite zu stehen, dann ist dieser Weg dein Einstieg in ein Berufsfeld mit echtem Herz.


